Kennen Sie die Angewohnheit, bei eigenen Fehlern stets der schärfste Kritiker zu sein? Viele Menschen teilen diese Erfahrung. In unserer Gesellschaft neigen wir dazu, Schwächen zu verstecken oder ihnen mit übermäßiger Selbstkritik zu begegnen. Diese Form der inneren Bewertung geht oft mit einem hohen Maß an Perfektionismus und innerem Druck einher. Leider tragen solche Denk- und Verhaltensmuster nur bedingt zur Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit bei. Stattdessen fördern sie Schamgefühle und reduzieren das emotionale Wohlbefinden.
Zahlreiche Forschungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Scham und Selbstmitgefühl: Personen, die intensive Scham empfinden, zeigen tendenziell weniger Selbstmitgefühl. Umgekehrt besteht eine klare Korrelation zwischen einem höheren Maß an Selbstmitgefühl und einem geringeren Schamempfinden. Daraus ergibt sich ein praktischer Bezug: Indem Menschen Selbstmitgefühl kultivieren, schaffen sie Ressourcen, um der Selbstgeißelung durch gewohnheitsmäßige Selbstkritik entgegenzuwirken und damit ihre emotionale Ausgeglichenheit sowie ihre Gesundheit zu stärken.
Der Vortrag bietet daher nicht nur eine theoretische Einführung in das Phänomen Scham, sondern nimmt sich ausführlich des Konzepts des Selbstmitgefühls als Gegenpol zu Scham an. Referentin ist Janet Wolke, Sozialpädagogin und Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpDi) der Caritas Dillingen. Der Vortrag richtet sich an alle, die mehr Gelassenheit, Resilienz und Lebensqualität in ihrem Alltag erleben möchten.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und bildet den Auftakt der vom Sozialpsychiatrischen Dienst jährlich veranstalteten Vortragsreihe "Psychische Gesundheit". Termin: Mittwoch, 15. April 2026, um 17:30 Uhr. Ort: Konferenzraum des Caritasverbandes Dillingen, Am Reitweg 2. Spenden zur Unterstützung der Arbeit des SpDi sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für Rückfragen steht das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes gerne zur Verfügung: Telefon 09071/70579-23.